Air
- The Virgin Suicides
Obviously, doctor, you have never been a thirteen year-old girl.
2000 erschien The Virgin Suicides, das zweite Studioalbum von Air nach dem Durchbruch Moon Safari. Sofia Coppola engagierte das Duo nach ihrem ersten Achtungserfolg, um den Soundtrack zu ihrem Film (eben The Virgin Suicides von 1999) zu produzieren. Eine gute Entscheidung, nicht nur meiner Ansicht nach. Der Soundtrack wurde von den wichtigsten Medienvertretern hoch gelobt, was sicher nicht nur an dem eingängigen, wunderschönen Opener Playground Love liegt, der auch mir heute noch eine Gänsehaut verschafft. Nein, Air haben ihre Aufgabe durchaus ernst genommen, und einen Soundtrack produziert, der sich wie eine zweite Haut an die einzelnen Szenen des Films anschmiegt und somit eine perfekte Stimmung schafft. Der Film selbst spielt in den 70er Jahren, die Musik dazu klingt aber modern, elektronisch mit klassischen, fremden Elementen, dennoch stimmt die Mischung. Der melancholische Grundton des Films wird durch das Werk von Air noch verstärkt, auch wenn das Album an sich gar nicht so traurig klingt - Gerade Bathroom Girl, die Untermalung zum ersten Suizidversuch des jüngsten Lisbon-Mädchens, klingt streckenweise sogar episch, siegestrunken, während das folgende Cemetary Party genau das hören lässt, was man erwartet.
Ich kannte das Album, bevor ich den Film gesehen habe, und auch wenn Sofia Coppolas Streifen, wie könnte es anders sein, durchaus empfehlenswert ist, ist es auch jedem ans Herz zu legen, sich The Virgin Suicides zuerst anzuhören, ohne den Film gesehen zu haben, um ihn losgelöst hören zu können. Außerdem passt er wunderbar als "eigener" Soundtrack, den man selbst im Hintergrund laufen lässt, um sich etwas musikalische Untermalung zu bieten. Gut geeignet insbesondere für graue (Regen-)Tage, an denen man solche Arbeit angeht, die schon lange auf dem Schreibtisch vor sich hinstaubt.
Wie schon erwähnt, enthält The Virgin Suicides nicht nur typische elektronische Elemente, sondern starke Einflüsse von Schlagzeug, Klavier, Akustik- und E-Gitarre. Außerdem eingearbeitet ist Audiomaterial aus dem Film selbst (The World 'Hurricane', Suicide Underground). Und auf Playground Love, hörbar im eingebundenen Video, verlieh Sänger Matt Stone von Phoenix seine Stimme zur Komplettierung eines wunderschönen Lieds. Und eine passendere hätte man wohl auch kaum finden können.
Userbewertung: 8,38 Punkte (8 Stimmen)
Autorenbewertung: 8 Punkte
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