Ja, Panik - The Angst and the Money

„Was auch immer entsteht ist nur gemacht, damit es untergeht.“

"Ohne Geld keine Angst, ohne Angst kein Geld." Was auch immer das jetzt genau heißen soll - das ist wohl die Hauptbotschaft dieses Albums, zumindest wenn man dem Intro Alles hin, hin, hin vom dritten Ja, Panik-Album Glauben schenken darf. Obwohl der Titel des Albums eine direkte Fortsetzung des zweiten Albums The Taste and the Money darstellt, springt Ja, Panik eher wieder zu seinen musikalischen Anfängen zurück: Die ersten Lieder klingen weich wie am ersten Album, keine Spur mehr von den härteren Tönen von Marathon oder Thomas sagt. Bestes Beispiel hierfür ist der dritte Track des Albums: Die Luft ist dünn. Ein großer Unterschied zu beiden Alben macht sich schon anfangs bemerkbar: Die Texte wirken ausgereifter, passen besser als zuvor zur Musik.

"Und ich bin ungeschickt, like a rich man's child" - dieser Sprach-Misch-Masch (wie hier in Ja, Es stimmt) zieht sich durch das ganze Album, was durchaus hörenswerte Lyrics ergibt. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Track Nevermore am Ende des Albums, der auch musikalisch sehr zu empfehlen ist: "Ach war ich froh, the shadow was gone, kann mir nicht helfen, war angetan." Aber der Reihe nach: in den ersten 15 Sekunden schockierend, danach allerdings butterweich und wunderschön klingt der sechste Track des Albums Pardon, zweifellos eines der Highlights des Albums. Auch textlich tut sich hier einiges: "Wir drücken niemals nie auf Record - Keine Beweise gibt es nicht" - was auch immer die Burgenländer damit sagen wollen, es gefällt.

Danach kommt der einzige Durchhänger des Albums - Blue Eyes - schläft man bei diesem Track allerdings nicht ein, kann man sich über wesentlich bessere Titel freuen - Ja, Panik hat unter den letzten Tracks mit Als habe ich... und 1000 Times noch einiges zu bieten: Als habe ich... handelt von einem Menschen, der nach einem Rausch "sein Gesicht nicht mehr zurückgetauscht" hat - Interpretationsmöglichkeiten gibt es bei Ja, Panik-Texten bekanntlich viele.

Am Ende kommt das schon zuvor angesprochene Nevermore und das ebenfalls durchaus hörenswerte The Golden Handshake. Abschließendes Statement des Liedes (stellvertretend für das ganze Album): "Ich komme endlich zu dem Schluss, dass ein gesunder Mensch wie ich ganz einfach schrecklich Angst haben muss."


Fazit: Ja, Panik entwickelt sich bemerkenswert weiter, das Album ist voller interessanter musikalischer Ansätze, mit Alles hin, hin, hin, Die Luft ist dünn und Pardon sind auch echte Highlights dabei. Das bleibt auch beim Radio nicht unbemerkt: Alles hin, hin, hin wurde als Single schon im Sommer veröffentlichte und schaffte den 14. Platz in den FM4-Single-Charts, als zweites Lied des Albums ist am 26. September Die Luft ist dünn als Neueinsteiger direkt auf Platz 11 der Charts gekommen.






Userbewertung: 8,15 Punkte (26 Stimmen)
Autorenbewertung: 9 Punkte
Alle Kritiken zu Ja, Panik :

Ja, Panik (2006)
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Autoren-Bewertung: 8 Punkte
User-Bewertung: 7,35 Punkte
Datum: 26. August 2009

The Taste and the Money (2007)
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Autoren-Bewertung: 8 Punkte
User-Bewertung: 7,85 Punkte
Datum: 27. August 2009

The Angst and the Money (2009)
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Autoren-Bewertung: 9 Punkte
User-Bewertung: 8,15 Punkte
Datum: 2. Oktober 2009

Kommentare

  • "Die Luft ist d├╝nn" ist mittlerweile in der vierten Woche schon auf Platz 5 der FM4-Charts. Wohoo!

    von Lukas Linemayr, am 19. Oktober 2009 (vor 8 Jahren)

  • F├╝r die Einbindung der verst├╝mmelten Version vom Video gibts aber einen Minuspunkt. Wenn schon,dann die Version mit dem Manifest.

    von Mr. Illibauer, am 2. Oktober 2009 (vor 8 Jahren)

  • Auf http://www.ja-panik.com/ gibts ├╝brigens *s├Ąmtliche* Lieder des Albums in voller L├Ąnge zum Anh├Âren.

    Ist doch nett.

    von Lukas Linemayr, am 2. Oktober 2009 (vor 8 Jahren)