Kommando Elefant - Kommt wir hauen Granaten rein. Das kleine bisschen Leben.

„Wien frisst seine Kinder auf, mit bleichem Haar und mit bleicher Haut.“

So erschreckend plausibel der Titel des Albums auch klingen mag, Kommando Elefant startet vergleichsweise lieblich in ihr zweites Album. Ein bisschen Klingeln am Anfang, es folgt ein ein mittelmäßiges Liebeslied. Danach der Schock: "Party Party" hat mit dem üblichen Elefantensound absolut nichts zu tun: Ob das ein Experiment, eine Stilverirrung oder doch nur ein Scherz war, kann man nicht aus dem Stehgreif sagen - hört sich aber beim ersten Mal schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist.

Danach versöhnt sich das Album aber wieder mit dem geneigten Ohr des Hörers - In all den Jahren kann man getrost als Meisterwerk betrachten, und das liegt nicht nur am etwas epischen Sound des Stücks. Oder vielleicht auch doch. Wie dem auch sein - man will sich als Autor ja nicht auf solche Nebensächlichkeiten konzentrieren - schreitet das Album mit Falsche Helden voran: Ein Ohrwurm bester Qualität, der noch dazu mit dem ungefähr süßesten Video aller Zeiten daherkommt. Wer bei dem Video (siehe rechts oben) nicht ein spontanes "oooooooooh!" ausstößt, erscheint mir persönlich suspekt.

Nach den beiden - ich bin jetzt mal so frei, und nenn sie so - Zwischendurch-Tracks Weiterkämpfen und Tanz den Regenbogen geht es dann weiter mit Alaska. Und dieses Alaska beschreibt wohl ein Wort am allerbesten: Wahnsinn. Solche Behauptungen würden wir natürlich nicht aufstellen, wenn wir sie nicht argumentativ untermauern können: Als erstes ergibt sich diese Tatsache durch den fantastischen Sound, und als zweites durch den etwas lyrischen Text - ich darf zitieren: "Denn Alaska ist ein Mond". Das ergibt natürlich Sinn, deswegen ja auch Wahn-Sinn. Ha, Ha. Naja.

Die folgende Single-Auskopplung Letzter Sommer, die sich im Herbst 2010 exzellent in den österreichischen Indie-Charts gemacht hat, mag mir aber gar nicht so gefallen. Sei es der doch etwas resignative Text, oder der (dazu durchaus passende) langsame Sound - kann man nichts machen. Ganz anders ist da Wien frisst: Mit einem Lied darüber, wie oarg Wien doch ist, hat uns schon Ja, Panik begeistern können.

Den Abschluss des Albums liefern Bitte komm mir nicht mit Kunst und Highway der Schmerzen - zwei durchgängig gut gemachte Lieder, da kann man überhaupt nichts kritisieren.

Fazit: Ein Album, das zu gefallen weiß, wobei vermutlich jeder seine Lieblingsstücke für sich raussuchen muss. Wenn man bedenkt, dass bei vielen Bands das zweite Album eine Art Durchhänger darstellt, kann man zu dem Album nur noch gratulieren.






Userbewertung: 9,71 Punkte (7 Stimmen)
Autorenbewertung: 9 Punkte
Alle Kritiken zu Kommando Elefant :

Kaputt, aber gl├╝cklich (2008)
assets/Uploads/_resampled/SetWidth100-kaputtabergluecklich.jpg
Autoren-Bewertung: 9 Punkte
User-Bewertung: 9,33 Punkte
Datum: 29. Oktober 2010

Kommt wir hauen Granaten rein. Das kleine bisschen Leben. (2010)
assets/Uploads/_resampled/SetWidth100-KomEle2.jpg
Autoren-Bewertung: 9 Punkte
User-Bewertung: 9,71 Punkte
Datum: 8. Februar 2011

Kommentare

Keine Kommentare hier bis jetzt :(