Editors
- In This Light And On This Evening
If there really was a God here, he'd have raised a hand by now.
An End Has A Start - So lautete der Titel des letzten Editors-Albums. Und In This Light And On This Evening könnte der Anfang vom Ende der Editors sein. Die Befürchtung das Album werde kein großer Wurf wurde schon am Frequency-Festival im August wach, als ich zum ersten Mal die neuen Songs der Editors gehört habe, jetzt, da ich das Album in Händen halte, ist es leider traurige Gewissheit: Die neue Editors erreicht die Vorgänger nicht einmal annähernd. Es klingt nichts mehr nach den Editors, wie wir sie früher kannten, außer der markanten Stimme von Tom Smith, herausragende Tracks wie Munich oder Weight Of The World sucht man hier außerdem auch vergebens. Einzig Papillon schafft es, noch etwas vom Geiste der alten Platten einzufangen. Der Rest des Albums ist platter Synthiepop ohne große Innovationen oder musikalischer Rafinesse.
Der Wandel vom Post-Punk á la Joy Division und Interpol zu diesem düsteren Synthiepop im Stile von Depeche Mode hat ihnen definitiv nicht gut getan. Wenn man guten Synthiepop will, sollte man zu Some Great Reward oder zu Violator von den angesprochenen Depeche Mode greifen, die sind im Gegensatz zu dieser Platte großartig. Auf amazon. de wurden von manchen Rezensenten gar schon Vergleiche mit Radiohead angestellt, über deren Dummheit möchte ich mich jetzt nicht auslassen. Dieses Album hat mit einem Meileinstein der Musikgeschichte wie Kid A gar nichts gemein, außer vielleicht, dass hier ebenso ein radikaler Stilwechsel geschehen ist als vom OK Computer auf Kid A. Wie gerne hätte ich jetzt geschrieben wie großartig dieses Album denn nicht ist, doch ein Fauxpas wie In This Light And On This Evening ist nicht schön zu reden. Das einzige, was man als Editors-Fan jetzt noch machen kann, ist das vierte Album abzuwarten und zu hoffen, dass dieses ein einmaliger Ausrutscher war. Zu guter Letzt stellt sich mir nur noch eine Frage: Warum, liebe Editors, warum?
Etwas gutes hat dieses Album jedoch schon, mit den stupiden Vergleichen mit Interpol (Editors = Interpol für Arme usw) ist es nun endgültig vorbei. Das wars aber dann auch schon wieder. Trotz alledem freuen wir uns auf das Konzert am 26.11. im Gasometer, da dort auch zur Genüge alte Songs gespielt werden. See you there!
Userbewertung: 7,62 Punkte (13 Stimmen)
Autorenbewertung: 4 Punkte
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