, am 30. September 2009
Dies ist nun ein monatlicher Rückblick zu diversen elektronischen Veranstaltungen in und um Wien. Natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der rasant wachsenden Szene und Community.
Los ging es mit The Koletzkis, bevor es zum Konzertbericht geht,
eine kurze Erklärung zum Projekt. The Koletzkis sind eine Formation rund um den „Stil vor Talent-Großmeister“ Oliver Koletzki, seines Zeichen Minimal-DJ und Produzent. Doch minimalistisch, wie seine alten Produktionen, sind die neuen Stücke nur bedingt.
In der Wiener Pratersauna erweckt die vierköpfige Band, im Besonderen die beiden Sängerinnen, die neuen Produktionen des Albums Grossstasdtmärchen zum Leben und werden dabei von Herrn Koletzki auf dem Keyboard, sowie anderen Gerätschaften unterstützt.
Dies ist erst der zweite Auftritt der Band überhaupt (nach der Premiere auf einem Berliner Hochhaus) und so wirkt alles noch etwas unbeholfen, aber keineswegs unprofessionell. Die neuen Produktionen sind vielleicht nicht jedermanns Sache, da sie sehr stark nach Berliner Kollegen wie 2raumwohnung oder mia. klingen, kein Wunder, haben doch etliche Freunde bei dem Album geholfen. Alles in allem nicht wirklich spektakulär, aber auch kein verschwendetes Geld.

Weiter ging es mit dem monatlichen Mainframe in der Arena. Sub Focus war gekommen, um wieder einmal etwas von seinem Können zu zeigen. Er versteht es seine Produktionen gekonnt mit anderswo „alt“ klingenden Produktionen perfekt verschmelzen zu lassen.
Er ist ein gern gesehener Gast, in der mittlerweile fast unnüberschaubar gewordenen Wiener/Österreichischen D´n´B Szene, kommt er doch brav drei- bis viermal jedes Jahr.
Auch diesmal passte wieder alles, außerdem machte der „RAM-Records Zögling“ gehörig Geschmack auf das bald erscheinende erste Album (die erste EP, Rock It/Follow The Light, ist schon einige Zeit erhältlich - wobei Rock It auch Leuten zusagen sollte, die sonst nicht viel Drum and Bass hören).
Dann stand ein Camera-Special mit Samuel L. Session an. Gemütliche Grooves gepaart mit einigen animierenden Tracks ist das einfache aber effektive Rezept des Schweden.
Teilweise fast zu langsam aber nie langweilig zieht sich der Sound kreuz und quer durch Wiens Minimal-Club. Sehr treibendes Set, nie "beizerreißend" - einfach nur fein zum dahingrooven.
Am besten wäre Samuel Larsson (wie er im echten Leben heißt) zweifelsohne an einem Strand aufgehoben, doch man kann schließlich nicht alles haben.
Samstag war dann wieder Drum and Bass angesagt,
im Flex fand sich einer der drei Mitglieder des niedlerländischen Drum and Bass-Kollektivs, Black Sun Empire in Wien ein, um kräftig Gas zu geben.
Die Dubstep und schiebenden D´n´B Tracks konnten voll und ganz überzeugen, sowohl mich, auch als das gesamte Publikum. Die Hütte bebte und es blieb kein Auge trocken. Er wusste genau was er machen musste, kein wunder, besuchen er und das Kollektiv BSE doch recht regelmäßig Österreich.
Die jähe Flex-Sperrstunde setzte dem ganzen dann ein Ende, doch bis dahin war es ein Genuß.
Beim MNML-Club (jeden Donnerstag in der Camera) ließ es dann Butch ordentlich krachen. Er wartete mit Produktionen seines letzten Albums, Papillion, auf, sowie anderer hochkarätiger Minimal-Produktionen, die die Camera zwei Stunden lange in Ausnahmezustand versetzten.
Zugänglichere Produktionen wie Amelie oder Mushroom Man (mit Super Mario Sample!) sollten sich auch Leute anhören, die etwas weniger mit elektronischer, insbesondere minimalistischer Elektronic, anfangen können.
Ein durch und durch gelungener Abend. Aber sollte dies schon das Highlight des Monats September sein?
Nein, denn es ging noch weiter mit...

…Format: B im Planetarium. Nach einem sehr intensiven Warm-Up Set von Trickster (muss einfach hier erwähnt werden^^) begab sich Franziskus vom Berliner Kollektiv an sein Equipment.
Eigentlich kochte die Stimmung schon, doch innerhalb kürzester Zeit war das Planetarium siedend heiß geworden.
Jeder zuckte und streckte sich wie es nur ging, stillstehen gab es nicht (vor allem, weil dies bei diesem grandiosen Live-Set unmöglich war). Mehr oder minder das gesamte letzte Album, Steam Circuit, wurde gespielt und abgerundet von einigen älteren Nummern.
Der ganze Raum war ein einziges Party-Schlachtfeld. Alle Register wurden gezogen. Ein würdiger Monatsabschluss.
Mehr gibt’s nächstes Monat!