, am 5. November 2009
Da ist er wieder, der monatliche Electronic-Blog!
Zwar mit etwas Verspätung, warum diese zustande gekommen ist, erfahrt ihr in Kürze in einem Special, dafür umso ausführlicher!

Angefangen hat es diesen Monat mit Radioclit, einem in London ansässigen Projekt zweier DJ´s. Zusammen mit dem malawischen Sänger Esau Mwamwaya bilden sie das Kollektiv The Very Best (Info für verlinkende Musikfreunde).
Aber nun zurück zu Radioclit (danke übrigens an Josip Jukic-Sunaric für das Foto), einer der beiden DJ´s war zusammen mit einem MC nach Wien ins Fluc gereist, um dort mit einem wilden Mix aus Afro-Beat, Jungle, World und Fidget eine Show der Extraklasse abzuliefern!
Vielgenannte Verbindungen im Zusammenhang mit Radioclit sind z.B. M.I.A., Sant(i/o)gold, Buraka Som Sistema oder aber auch Diplo – und Radioclit stehen diesen Acts um nichts nach. Feine Party, feine Klänge – ein guter Einstieg ins neue Monat.

Nächsten Tag stand dann ShockOne auf dem Programm. Das monatliche Mainframe kochte zum Set des noch jungen Australiers. Ein schräger Mix, quer durch die Sphären des Genres.
Sehr bodenständiges Set, keine wilden Ausflüge in andere Gefilde, just Drum and Bass.
Auf jeden Fall ein vielversprechender Act für die kommenden Jahre, wenn er in dieser Art weiter macht!

Zum wöchentlichen MNML-Club in der Camera wurde dieses Mal die Schwedin Ida Engberg geladen. Das Ex-Model hat sich mittlerweile einen Namen gemacht (vor allem durch den Release des Tracks Disco Volante) und ist durchaus bekannt in ihrem neuen Metier als DJane. Sie spielt sicherlich nicht auf höchstem technischen Niveau und auch den einen oder anderen Tune kann sie getrost im Plattenkoffer stecken lassen, doch all diese kleinen Mankos macht sie mit ihrem Aussehen wett.
Kann sein, dass ich das jetzt als Mann und nicht objektiv sehe. Doch im Nachhinein betrachtet, ein für Ida´s Verhältnisse sehr rundes und ansprechendes Set.

Dann stand wieder ein Hype-Act der ersten Klasse auf dem Programm, die Designer Drugs aus dem entfernten New York. Einer der beiden Nu-Rave-Newcomer legte im Fluc derbe Klänge auf, bei denen es unmöglich war, still zu stehen. Das zum bersten gefüllte Fluc tat den Rest.
Als zweiter Hauptact gab sich dann noch DJane Colby B die Ehre (äußerlich eine Mischung aus Beth Ditto und Princess Superstar), aufgelegt wurde wie davor bei Designer Drugs ein wilder Nu-Rave Mix, vielleicht mit einer Spur mehr aufgewärmten 80er Disco Scheiben.
Die Woche darauf folgte ein Act auf den ich mich schon ganz besonders freute, der Housemeister. Seines Zeichen Schüler des Labelgründers Boys Noize, fetzte er ein Set hin das es nur so krachte. Und das ist bei weitem nicht untertrieben, er schaffte es die Anlage des Badeschiffs gleich zwei Mal zu Fall zu bringen!
Viele alte Rave-Klassiker mixte er mit Techno/Trance-Evergreens und dem neuesten, dass Elektro zu bieten hat, zu einem bombigen Set. Großer Pluspunkt, für sein Set verwendete er zu fast 95% Platten.
Ein guter Querschnitt der letzten 10-15 Jahre elektronischer Tanzmusik.
Das eindeutige Monatshighlight, bis jetzt.

Tags darauf gab dann DJ Fresh ein kleines „stell-dich-ein“. Im Wiener WUK lieferte er ein durchaus hörenswertes Set ab. Sein Mix lebt hauptsächlich von seinen eigenen Produktionen, wie z.B. Gold Dust, Hypercaine oder All That Jazz, außerdem gab er einige Appetit-Häppchen des neuen Albums, das 2010 erscheinen wird.
Nach einer kurzen Verschnaufpause stand dann Radio Slave auf der Agenda.
Vielleicht etwas zu groß angekündigt, konnte er nicht meine Erwartungen
erfüllen. Streckenweise lähmendes Set, ohne Power und ohne treibende Beats.
Eigentlich das Low-Light des Monats.
Doch das Highlight sollte alsbald folgen, denn…

…Dominik Eulberg besuchte das Fluc. Eigentlich bekannt für eher ruhigere Abende zu lauschiger Musik, zeigte er dieses Mal, dass auch eine ganz andere Seite steckt. Legt er sonst Der Hecht im Karpfenteich, Der Buchdruck oder Bionik auf, so mischte er willkürlich heftigere Produktionen in sein Set – ohne Kompromisse, ohne Rücksicht auf Verluste.
Das alles gipfelte in einem wuchtigen Mash-Up in der letzten halben Stunde, in der er alles gab und das quittierte das ausverkaufte Fluc mit viel Geschrei, Gejubel und Beifall.
Den Abend in einen Satz zu fassen fällt mir recht leicht: Das Haus bebte, der Himmel öffnete sich und Gott Elektronikus selbst blickte herab und feierte mit!
Ein würdiger Abschluss!
Stay online for the special!