Electronic In Vienna//London Special

geschrieben von Kevin Reiterer, am 29. November 2009

Los geht´s mim Special!
Wieder etwas spat, aber manchmal kommt einfach zu viel zusammen…


Eine kleine Partyexkursion ins herbstliche London. Am ersten Abend wussten wir nicht recht was abgeht, also fuhren wir auf gut Glück in die Old Street. Dort fielen wir rasch in den Club 333. Laut einem Flyer spielten dort einige Dubstep Newcomer.

Im Keller des Clubs angekommen, fanden wir einen kleinen Dancefloor vor, sowie eine weit zurückversetze Bühne. Der Laden war relativ schlecht gefüllt aber das störte eigentlich nicht, denn es geht ja um die Musik. Den Anfang machte Em-Tek. Dubstep, ohne Umschweife, immer geradeaus.  Darauffolgte Unitz und danach Herbdout. Alles keine großen Namen, aber sehr feine Musik und ein guter Einstiegsabend in London. Allerdings hatten wir beachtliche Probleme mit der Alkoholsperre ab 2 Uhr, sowie der Sperrstunde ab 3 Uhr, und vielleicht hört man ja in zwei, drei Jahren mal von den Herren.

 

Am nächsten Tag stand dann das erste Highlight auf dem Programm. Die Fabric. Dreh- und Angelpunkt der weltweiten Drum and Bass-Szene setzt man hier ständig neue Trends und feiert bis zum Abwinken. Vorbei an einigen anderen Clubs, ging es dann zum Anstellen bei der Fabric. Alles sehr gut organisiert, kein Wunder – wenn dieser Club keine Erfahrung hat, welcher dann?!

Drinnen angekommen, nach Kassa und Garderobe schiebt man sich mit hunderten anderen Leuten durch endlosscheinende Katakombengänge. Einmal am Hauptfloor angekommen, merkt man bald, dass es dort einfach zu voll ist. Darum geht’s kurz an die frische Luft. Nach einer kurzen Pause um die Eingangsphase zu verdauen, geht es wieder zurück – denn heute ist Playaz-Night.

DJ Hype macht den Anfang der Hauptacts, eigentlich nicht sonderlich bekannt für besonders hörenswerte Sets, reißt er sich an diesem Abend zusammen und schüttelt eine Bombe nach der anderen aus dem Ärmel. Danach braucht man wieder eine kleine Verschnaufpause. Aber lange geht’s nicht, denn drinnen steht Shy FX an den Plattentellern. Und das gemütliche Outro darf Ram Records All-Star Andy C in Angriff nehmen. Im Gegensatz zu sonst etwas schwach aber trotzdem auf sehr hohem Niveau.

 

Nun noch einige Worte zum Club selbst. Wie schon eingangs beschrieben ist es ein sehr verwinkelter und weitläufiger Club, aber dass was mich wirklich beeindruckt hat war, dass kein Unterschied zwischen Hautfarbe, Religion, sozialem Background oder sonst etwas gemacht wird. Klar, London ist größer und hat einen viel breiteren Kultur-Mix als z.B. Wien zu bieten, dennoch würde es bei so einem Publikum bei uns spätestens nach 10 Minuten zu mehreren großen Schlägereien kommen. Dort finden sich einfach jeden Tag 1500-2000 Leute ein, die einfach nur Spaß haben wollen und keinen Unterschied zwischen den Leuten machen – beeindruckend! Außerdem noch zu erwähnen wäre die Lüftung – es hatte nie mehr als geschätzte 23° -> kein schwitzen -> mehr Spaß am tanzen. Sowas sollte auch bei uns möglich sein. Sowie Unisextoiletten, ebenfalls noch nie in einem Club dieser Größe erlebt!

Tags darauf war Halloween, wir wählten die Party des kleinen Labels Greco-Roman im Plan B in Brixton aus, nach einer Verkleide- und Schminkaction ging es also dort hin. Inmitten von vielen Geschäften auf Brixton Road war der/die/das Plan B. Drinnen wurden wir schon von Drums Of Death empfangen, einer der Newcomer der Greco-Roman Labels, erstmals in London. Nach einem kurzen Abstecher zum Set des Veranstalters auf dem zweiten Floor im Keller, ging es wieder rauf – denn dort wartete das eindeutige Highlight. Rusko. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass es möglich ist, so dermaßen zu Dubstep abzugehen, aber was Rusko an diesem Abend zauberte ist unbeschreiblich. Statt der angegebenen 1 Stunde und 20 Minuten Spielzeit, legte er mehr oder weniger 2 ½ Stunden auf. Ohne Kompromisse, ohne einen Blick nach hinten. Der Floor schien sich ein alle Richtungen zu bewegen und die gut 400-500 Gäste an diesem Abend genossen es sichtlich, und Rusko anscheinend auch. Highlight, full stop.

 




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