DAB – Der digitale Abgrund in Österreich

geschrieben von Lukas Linemayr, am 29. Januar 2011

Seit Jahren setzen sich digitale Übertragungen von Daten durch – sei es bei Kabeln (angefangen von HDMI/DVI bis zu digitaler Audioübertragung über Netzwerke) oder natürlich auch kabellos, beim Fernsehen ist DVB (Digital Video Broadcasting) seit längerer Zeit Standard.

Die Vorteile gegenüber analoger Übertragung sind ja auch offensichtlich – Daten können komprimiert werden und somit wesentlich höhere Bitraten übertragen werden. Außerdem gibt es bei digitaler Übertragung keinerlei Bild- oder Tonrauschen – die Datenpakete kommen entweder erfolgreich an, oder gar nicht.


Und was hat das mit Musik zu tun?

Nun gibt es seit einigen Jahrzehnten einen Standard namens DAB – Digital Audio Broadcasting. 500 Millionen Menschen in über 40 Ländern werden damit weltweit erreicht – und kommen somit in den Genuss von Radiosendern mit Bitraten von bis zu 256 kbit/s – durch spezielle Codec-Verfahren hat der Output dann eine vergleichbare Qualität wie eine Audio-CD.

Neben der offensichtlichen Qualitätsverbesserung gibt es noch einen zweiten großen Vorteil: Das momentane UKW-Netz stößt weltweit seit Jahren an seine Grenzen – Durch Frequenzknappheiten kann keine wirklich große Auswahl an verschiedenen Sendern angeboten werden. DAB bietet die Möglichkeit, bis zu 87 verschiedene Sender auszustrahlen.


Und in Österreich?

In Österreich genießt man nach wie vor den stumpfen, schon fast nostalgischen Klang des 60-Jahre-alten UKW-Standards. Lediglich in Wien und Innsbruck versuchte der ORF zwischen 2000 und 2008 einen DAB-Testbetrieb – der überraschenderweise mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Dass der ORF eventuell etwas Angst davor hat, die absolute Marktführerschaft seiner vier Radiosender zu verlieren, wäre natürlich eine absolut absurde Vorstellung.

Im ähnlich-großen Bayern existiert übrigens seit 16 Jahren ein flächendeckendes DAB-Netz.


Die Kehrseite

Natürlich gibt es auch Probleme bei DAB – so kosten die Empfangsgeräte momentan noch über 50 Euro. Allerdings kann man davon ausgehen, dass bei entsprechender Verbreitung und mit fortschreitender Zeit die Preise rapide sinken werden.


Fazit

Ob sich DAB oder entsprechende ähnliche digitale Hörfunksysteme in Österreich schon in den nächsten Jahren durchsetzen werden, darf mehr als bezweifelt werden. Allerdings findet die digitale Revolution über kurz oder lang garantiert statt – auch in Österreich.

 




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